NEUROINFEKTIOLOGIE

Die Neuroinfektiologie beschäftigt sich mit Infektionen des Gehirns, des Rückenmarks und der peripheren Nerven. Solche Erkrankungen können durch Viren, Bakterien, Pilze oder – seltener – Autoimmunreaktionen nach Infektionen verursacht werden. Sie zählen zu den wichtigsten neurologischen Krankheitsbildern, weil sie akut lebensbedrohlich sein können, aber bei rechtzeitiger Behandlung meist gut therapierbar sind.

Zu den häufigsten Infektionen des Nervensystems zählen die Hirnhautentzündung (Meningitis), die Gehirnentzündung (Enzephalitis) und die Entzündung der Nervenwurzeln oder Nervenbahnen (Neuritis, Radikulitis). Auch Borreliose, Herpes-simplex-Enzephalitis, Varizella-Zoster-Neuritis oder postinfektiöse Autoimmunreaktionen wie das Guillain-Barré-Syndrom gehören zu diesem Bereich.

Die Symptome sind sehr unterschiedlich – von Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit über Bewusstseinsstörungen bis zu Lähmungen, Gefühlsstörungen oder epileptischen Anfällen. Deshalb ist eine rasche neurologische Abklärung entscheidend.

Die Diagnostik umfasst eine sorgfältige klinische Untersuchung, Laboruntersuchungen des Blutes und der Gehirnflüssigkeit (Liquor), gegebenenfalls bildgebende Verfahren (MRT, CT) und elektrophysiologische Messungen.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Infektion. Bei bakteriellen Erkrankungen stehen gezielte Antibiotika im Vordergrund, bei viralen Infektionen antivirale Medikamente. In manchen Fällen kommen immunmodulierende oder kortisonhaltige Therapien zum Einsatz.

Viele Patientinnen und Patienten leiden nach überstandener Infektion noch unter neurologischen Restbeschwerden, wie Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit oder Gefühlsstörungen. Diese postinfektiösen Syndrome können im Rahmen einer neurorehabilitativen Nachbetreuung gezielt behandelt werden.

Ziel ist es, akute Infektionen rasch zu erkennen, Folgeschäden zu verhindern und den Weg zu einer bestmöglichen Erholung des Nervensystems zu begleiten.